Rodenäser Weiderind

DAS sind wir

Unser Betrieb vor der Umstellung

Unser Betrieb ist ein reines Familienunternehmen ohne fremde Arbeitskräfte. Der Viehhandel wurde mit den Jahren immer weiter abgebaut, so dass wir zum heutigen Zeitpunkt lediglich die Landwirtschaft betreiben. Im Herzen unseres Betriebes stehen unsere Rinder (Mutterkühe, Kälber, Färsen, Bullen), die täglich versorgt und beaufsichtigt werden. Die Tiere erhalten lediglich Futter aus unserem eigenen Futteranbau auf unseren naheliegenden Flächen. Hier ernten wir Heu, Heulage und Silage als Futter für unsere Tiere. Auf unseren Ackerflächen werden Weizen, Gerste, Raps und Hafer angebaut. Das Korn wird größtenteils an den hiesigen Landhandel zum aktuellen Tagespreis vermarktet.

Zeit für Veränderungen…

Durch die immer stärker werdende Abhängigkeit vom globalen Weltmarkt und der Industrie sind die landwirtschaftlichen Produkte extremen Preisschwankungen ausgesetzt und werden leider des Öfteren unter ihrem Wert verkauft. Hinzu kommt, dass nach Deutschland importiertes Fleisch zu Dumpingpreisen in den Discountern von den Endkunden erworben werden kann. Bei diesen Produkten ist es zudem nicht ersichtlich, wie die Tiere zuvor gehalten worden sind und welche Umwelt- und Tierschutzauflagen in den Exportländern gelten.
Als Landwirt konkurriert man mit vielen anderen Ländern, die wesentlich geringeren Auflagen nachkommen müssen und hierdurch deutlich billiger produzieren können. Stetig steigende Produktionskosten und immer strenger werdende Vorgaben seitens der landwirtschaftlichen Politik haben zur Folge, dass man selbst häufig nicht kostendeckend produzieren kann und Geld an seinem eigenen Produkt (Fleisch, Getreide usw.) verliert.
Dies war für uns nicht mehr zufriedenstellend und wir überlegten, wie wir aus diesem System „fliehen“ konnten. Wir wollten etwas ändern, um unsere Erzeugnisse auf dem freien regionalen Markt zu fairen Preisen anzubieten. Zusätzlich interessierte es uns, wo unsere Produkte abbleiben.

Auf dem Weg zum Bio-Siegel:

Wir beschäftigten uns längere Zeit mit dem Gedanken unseren Betrieb auf eine ökologische und nachhaltige Wirtschaftsweise umzustrukturieren. Nach einigen Beratungsgesprächen und vielen schlaflosen Nächten (!!) war es dann soweit:
Am 1. Januar 2017 fiel der Startschuss für die Umstellung vom konventionellen Betrieb zu einem landwirtschaftlichen Betrieb, der bei seiner Bewirtschaftung die ökologischen Richtlinien der EU-Ökoverordnung einhält. Es gibt eine 2-jährige Umstellungszeit, in der der landwirtschaftliche Betrieb Schritt für Schritt umstrukturiert wird, um den EU-Öko-Richtlinien gerecht zu werden.

Da wir vorher keine speziellen Stallungen etc. hatten und unsere Tiere schon immer extensiv und (größtenteils) ganzjährig auf den Weiden gehalten wurden, mussten wir keine großen baulichen Maßnahmen ergreifen, um auf die ökologische Wirtschaftsweise umzusteigen.
Den konventionellen Ackerbau hatten wir zunächst komplett eingestellt und alle Ackerflächen mit Ackergras/Kleegras bestellt. Im Jahr 2018 haben wir dann zum ersten Mal mit dem ökologischen Ackerbau gestartet, indem wir im Frühjahr ca. 20ha ökologischen Sommerweizen ausgesät haben. Die Menge des Ackerbaus wird nun wieder weiter anwachsen, indem wir wieder Getreide, Bohnen, Leguminosen etc. auf ökologischer Basis anbauen werden. Das anfallende Stroh nach der Getreide-Ernte verwenden wir als als zusätzliches Raufutterangebot für die Rinder und als weichen Einstreu für diejenigen Tiere unseres Betriebes, die den Winter über freilaufend in offenen Stallungen untergebracht sind.

Natürliche „Kreislauf-Wirtschaft“

Unser Ziel ist es, eine natürliche „Kreislauf-Wirtschaft“ aufzubauen. Hierbei wird der ökologische Betrieb als ganzheitliches System bewirtschaftet. Das heißt: Ackerbau und Viehhaltung sind aneinander gekoppelt.

Auf unseren Flächen werden neben Getreide auch Futterpflanzen für die Tierhaltung erzeugt. Diese werden durch die Rinderhaltung veredelt. Der hierbei anfallende Dung und die pflanzlichen Abfälle werden als Nährstoffe wieder auf unsere Felder, von denen sie letztlich stammen, zurückgeführt und dienen den Pflanzen hier nun wieder als natürlicher Nährstoff.

Mit dem 31. Dezember 2018 endete unsere Umstellungszeit:
Seit Januar 2019 besitzen wir das offizielle EU-Bio-Siegel!